Die Einheiten

Der nachfolgende Themenblock beschreibt die drei Einsatzeinheiten anhand ihrer besonderen Qualifikation sowie das breite Spektrum der Fähigkeiten der Unterstützungseinheit. Vorweg ist zu sagen, dass alle Angehörigen der Einsatzeinheiten die gleiche standardisierte 10-monatige GSG 9-Ausbildung durchlaufen. Die Grundfähigkeiten sind gleich und die Einheiten operieren durchaus in verschieden Einsätzen auch gemeinsam. Der Unterschied liegt lediglich in der einheitstypischen Zusatzspezialisierung.

Präzisionsschütze

1. Einheit - Präzisionsschützen

Die Angehörigen der 1. Einheit befassen sich mit dem Präzisionsschützenwesen.
Das bedeutet, dass diese Einheit über verschiedenste Präzisionswaffen und spezielle Aufklärungsmittel verfügt, die nötig sind, um das gesamte Spektrum des polizeilichen Präzisionsschützenwesens abzudecken. Hierzu zählt das Aufklären gegen Zielpersonen und unterschiedliche Zielobjekte aus verschiedensten, getarnten Schützenstellungen im Gelände und im Gebäude, bis hin zur finalen Bekämpfung mehrerer Täter als mögliche Optionen zur Lagelösung. Außerdem sind sie Meister der Tarnung, wie man unschwer in dem aktuellen Trailer der GSG 9 erkennen kann.

Die Ausbildung zum Präzisionsschützen findet abwechselnd GSG 9-intern oder in Zusammenarbeit mit anderen Spezialeinheiten im In- und Ausland statt. Die Dauer variiert je nach Ausbildungsinhalt. Weitere Qualifikationen erwerben die Einsatzbeamten in einer Vielzahl an nationalen und internationalen Workshops.

Taucher

2. Einheit – Taucher und Bootsführer

Die 2. Einheit befasst sich mit der Thematik des taktischen Tauchens und dem Führen von Einsatzbooten.

Zielrichtung der Taucher ist es, sich in maritimen Lagen lautlos und ungesehen dem möglichen Szenario zu nähern und den Einsatzerfolg durch den bestmöglichen Überraschungseffekt herbeizuführen. Hierzu sind die Beamten mit speziellen Tauchgeräten ausgestattet, so dass sie von der Wasseroberfläche nicht erkannt werden können.

Um diese Fähigkeit zu erwerben, müssen die Beamten zunächst den Arbeitstaucherlehrgang bei der Bundespolizei absolvieren. Diesem folgt ein interner Vorbereitungslehrgang, damit die Beamten für drei Wochen an dem Ausbildungslehrgang der Kampfschwimmer der Bundeswehr teilnehmen dürfen. Anschließend wird der Lernprozess in der Einheit fortgesetzt. Inhalte dieser Übungswochen sind beispielsweise das Tauchen in Strömungsgewässern oder das Austauchen aus einem U-Boot.

Die Bootführer dieser Einsatzeinheit sind auf die Verbringung von Einsatzkräften mittels kleiner und mittlerer Einsatzboote spezialisiert. Um diese Qualifikation zu erlernen, bedarf es einer Fülle an Lehrgängen. Die Dauer der gesamten Ausbildung beträgt ca. 1 Jahr.

Fallschirmspringer

3. Einheit - Fallschirmspringer

Die 3. Einheit praktiziert das taktische Fallschirmspringen. Diese Einheit beherrscht alle Facetten dieser Spezialisierung, „einfache“ Sprünge, gezielte Sprünge auf kleine Landeflächen, Angleitverfahren mit Gepäck und Sprünge bei völliger Dunkelheit. Jahrelanges Training wird benötigt, um alle taktischen Variationen zu beherrschen. Zur Ausstattung gehören Spezialfallschirme, die es dem Einsatzbeamten erlauben, auf alle Anforderungen reagieren zu können.

Ausgebildet werden diese Beamten in erster Linie bei der Bundeswehr. Hier erwerben sie die Grundbefähigung, danach erfolgt eine Vielzahl an Workshops im In-/Ausland, um die oben aufgeführten Facetten des taktischen Springens zu erlernen.

Die Komponente des taktischen Fallschirmspringens sowie die des taktischen Tauchens sind in Deutschland unter polizeilichen Spezialeinheiten einzigartig und zeichnen die GSG 9 aus.

Drohne

Unterstützungseinheit

Die Unterstützungseinheiten gliedern sich in "Operative Technik" und "Operative Einsatzmedizin". Der Fachbereich Operative Technik ist geteilt in die Bereiche Öffnungstechnik/Entschärfung und Aufklärung/Dokumentation.

Aufgabe der jeweiligen Fachbereiche ist zum einen die Entwicklung und Erprobung neuer Techniken und Taktiken sowie die Aus-/Fortbildung der verschiedenen Fachkräfte in den Einsatzeinheiten. Darüber hinaus unterstützen sie mit ihrer Fachkenntnis im Einsatz, wenn dies von den Einheiten bei hochkomplexen Lagen gefordert wird.

Grundsätzlich rekrutiert sich das Personal der Unterstützungseinheit aus den Einsatzeinheiten, weil man hier auf den umfangreichen Erfahrungsschatz der Einsatzbeamten zurückgreifen will.

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