Maritimes Schulungs- und Trainingszentrum (MaST)

Dienststellenschild des MaSTDienststellenschild des MaST

Dem Maritimen Schulungs- und Trainingszentrum mit dem Sitz in Neustadt / Holstein obliegen alle maritimen Fortbildungen in der Bundespolizei. Das Seminar- und Fortbildungsangebot orientiert sich an fachlichen Erfordernissen und Voraussetzungen für die tägliche Aufgabenbewältigung von Vollzugskräften auf Seefahrzeugen der Bundespolizei und gliedert sich in zwei wesentliche Bereiche:

  1. Durchführung der maritimen Verwendungsfortbildung (“Modulausbildung“) für den Einsatz an Bord von Seefahrzeugen in allen Funktionsebenen.
  2. Fortbildung von ausgebildeten Einsatzkräften zur Aufrechterhaltung oder Erweiterung bestehender Qualifikationen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Organisationen mit maritimen Aufgaben nehmen auch anderen Bundes- und Landesbehörden an Teilen des Fortbildungsangebots teil.

Seit 2007 werden Mitarbeiter der Bundeszollverwaltung in Neustadt im Rahmen der maritimen Verwendungsfortbildung zu Seeleuten fortgebildet.

Artikel aus der Mitarbeiterzeitschrift "BPOL-kompakt":


Fachgruppe 1 - Maritime Basisschulungen

Die Basisschulung erfolgt in folgenden Fachbereichen:

Fachbereich Seemannschaft / Nautik

Ob nun ein Schlauchboot bewegt oder der Wachdienst auf Einsatzschiffen durchgeführt werden soll – die Grundlagen dazu werden bei uns gelegt. Die Ausbildungsinhalte der traditionellen Seefahrt sind genau so auf dem Dienstplan zu finden, wie die Handhabung der modernen Navigationsanlagen. Ob nun Radarausbildung oder die Möglichkeit der Fortbildung im ECDIS-Simulator – es gibt keine Lücken in der Fortbildung zum Seemann und zum Kommandanten auf Einsatzschiffen. Im Rahmen der modularen maritimen Verwendungsfortbildung erwarten den Lehrgangsteilnehmer moderne Unterrichtsräume, eine Vielzahl von Fahrzeugen für die praktische Ausbildung, vor allem aber erfahrene und geschulte Ausbilderinnen und Ausbilder der verschiedenen Fachrichtungen.

Fachbereich Schiffstechnik

Die „Modulausbildung Schiffstechnik“ ist ein Teil der qualifizierenden Verwendungsfortbildung und dient der schiffstechnischen Fachfortbildung des angehenden maschinentechnischen Personals in den Fächern Motorenkunde, Elektrotechnik, Schiffbetriebsanlagen, Schiffbau-, sowie Material- und Werkstoffkunde.

Die Module sind gem. der Verwendungsfortbildungsrichtlinie aufeinander aufbauende Fortbildungselemente, welche durch praktische Einweisung an Bord der Einsatzschiffe ergänzt werden. Die theoretische Ausbildung wird durch Arbeiten an technischen Simulationsanlagen wie z.B. einem Motorenfahrstand, einer Pumpenstrecke oder einer mechanischen Entöleranlage praktisch näher gebracht. Unterrichtsthemen werden im Rahmen von Werft-, Firmen- und Schiffsbesichtigungen vertieft.

Dabei werden sowohl die Grundlagen für den maritimen und maschinentechnischen Betrieb der Einsatzschiffe der Bundespolizei als auch für Ermittlungen auf allen Typen von Handelsschiffen und privat betriebenen Seefahrzeugen gelegt.

Fachbereich Englisch

Englisch ist die Kommunikationssprache auf See und somit fester Bestandteil unserer Fortbildung. Das breit gefächerte Lehrgangsangebot umfasst neben der maritimen Verwendungsfortbildung von Bundespolizei und Zoll die regelmäßige Schulung der seemännischen und technischen Besatzungen sowie die Weiterbildung der maritimen Führungskräfte als verantwortliche Ermittler auf See, Englisch für den Erwerb von Sprechfunkzeugnissen, Englisch für Trainer / Lehrkräfte bis hin zu speziell konzipierten Kursen für nationale und internationale Projekte.

Mehrzweckfahrzeug BP 5 „RETTIN“

BP 5 "RETTIN" BP 5 "RETTIN"BP 5 "RETTIN"

Das Mehrzweckfahrzeug BP 5 „RETTIN“, stellt heute die praktische Fortbildungskomponente beim Maritimen Schulungs- und Trainingszentrum dar. Bauart und Klasse erlauben zudem den Einsatz als Eisbrecher zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit der Einsatzmittel der Bundespolizei.

Ausgerüstet mit einem Navigationscontainer und Arbeitsplätzen für die ECDIS-, sowie Radarschulung, werden die an Land vermittelten theoretischen Inhalte einer Fortbildung hier in die Praxis umgesetzt und vertieft (Real Time Modus). Bei den GMDSS Schulungen (Global Maritim Distress and Safety System) werden regelmäßig Szenarien aus der Simulationsumgebung an Land und auf See im praktischen Betrieb durchgefahren.

Beim Erwerb von nautischen Befähigungszeugnissen wird BP 5 zum Abschluss der Fortbildung durch die angehenden Schiffsführer in verschiedenen Seegebieten der Ostsee eigenverantwortlich geführt.

Ferner dient BP 5 „RETTIN“ bei Winschmanövern (Helotransfer) sowie Boardingübungen regelmäßig als Plattform und Sicherungsfahrzeug und unterstützt die Polizeitaucher bei den verschiedensten Fortbildungen und Einsätzen im deutschen Küstenmeer und der AWZ.

Fachgruppe 2 - Maritimes Notfalltraining

Die Fachgruppe Notfalltraining gewährleistet die praxisorientierte Fortbildung der Bundespolizei und der Behörden im Küstenwachverbund. Zu den wesentlichen Lehrinhalten gehören die Bereiche der Schiffssicherung, des Emergencytrainings, des ABC-Schutzes und des GMDSS in Bezug auf die Seefunkausbildung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vermittlung praxisorientierten Wissens über den allgemeinen Schiffsbetrieb.

Die Beschulung am GMDSS-Simulator, Verwendungsfortbildungen in der Schiffssicherung und die Vermittlung und Überprüfung von Atemschutztraining sind spezielle Ausbildungsangebote.

Fachgruppe 3 - Maritimes Recht und Einsatz

Liegenschaft Bundespolizei See mit den Unterkunfts- und Fortbildungsstätten des Maritimen Schulungs- und Trainingszentrums. Liegenschaft Bundespolizei See mit den Unterkunfts- und Fortbildungsstätten des Maritimen Schulungs- und Trainingszentrums.Liegenschaft Bundespolizei See mit den Unterkunfts- und Fortbildungsstätten des Maritimen Schulungs- und Trainingszentrums.

Die Fachgruppe 3 „Maritimes Recht und Einsatz“ gewährleistet die praxisorientierte maritime Fortbildung für die Bundespolizei, für die Partnerbehörden des Koordinierungsverbundes Küstenwache und anderer nationalen und internationaler Bedarfsträger.

Zum Leistungsspektrum gehören neben der Unterstützung der maritimen Verwendungsfortbildung die Durchführung von qualifizierenden und erhaltenden Verwendungsfortbildungen in den Bereichen maritime Kriminalistik, Einsatzlehre und -recht sowie polizeifachliche Datenverarbeitung.

Vorwiegende Lehrinhalte des speziellen maritimen Rechts sind die grenzpolizeilichen Besonderheiten sowie das See- und Umweltrecht. Im Bereich "Maritime und Polizeifachliche Datenverarbeitung" werden Schulungen mit Bezug auf maritime Datenhaltung, -Wartung, -Versorgung und - Instandsetzung durchgerührt. Für das Materialverwaltungs- und Wartungsprogramm „GL ShipManager“ steht eine Schulungsumgebung mit 12 Trainingsplätzen bereit, die desgleichen für andere Schulungsangebote genutzt werden, wie bspw. für maritime Melde-, Abfrage- und Vorgangsbearbeitungssysteme.

Weitere Schwerpunkte sind die konzeptionelle Zusammenarbeit mit anderen maritimen Behörden zur Erarbeitung und Anpassung von gesetzlich vorgeschriebenen und neuen Fortbildungsangeboten in den o.a. Bereichen.

Fachgruppe 4 - Maritimes Polizeitraining

Die Fachgruppe 4 befasst sich mit dem Polizeitraining im Allgemeinen und mit dessen Umsetzung in den maritimen Einsatzraum im Besonderen.

Das Leistungsspektrum der Fachgruppe bietet dazu neben Lehrgängen, die den Polizeibeamten zur sicheren und effektiven Maßnahmendurchsetzung auf Booten und Schiffen aller Art befähigen, Expertisen zu taktischen Verfahren und -mitteln für den Einsatz auf See.

Für den Bereich des Zwangsmitteltrainings stehen ein Einsatztrainingsraum, eine der modernsten Raumschießanlagen der Bundespolizei sowie diverse maritime Übungsanlagen zur Verfügung.

Unsere Kompetenz wird auch in Form von polizeilichen Aufbauprojekten im Ausland nachgefragt.

© Bundespolizei 1999-2018. Alle Rechte vorbehalten.