Kristina Vogel setzt bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Hongkong ihre Siegesserie fort

Nach ihrem Olympiasieg im letzten Sommer in Rio war Kristina Vogel auch in Hongkong nicht zu stoppen. Im Sprint-Finale besiegte sie die Australierin Stephanie Morton glatt in zwei Läufen. Auch leichte Verzögerungen durch den Abbruch des ersten Laufes konnten die Erfurterin nicht aus der Ruhe bringen. Souverän fuhr die 26-Jährige ihren dritten Sprint-Titel nach 2014 und 2015 nach Hause.

Nach Gold im Sprint gewann die Erfurterin auch den Keirin-Wettbewerb und verteidigte ihren Titel von 2016 erfolgreich. Es war ihre insgesamt neunte Goldmedaille bei einer Bahn-WM der Elite. Trotz Reglementänderungen im Keirin ließ sich Kristina Vogel nicht beirren: „Das ganze Feld hat gebremst und gewartet und auf mich geschaut. Das war eine schwierige Situation für mich, denn ich musste noch mehr aufpassen[...] Es war wichtig, dass ich immer das Heft in der Hand behielt, das ist mir gelungen. Ach, ich liebe meinen Job einfach. Es macht mir Spaß!“

Bereits am ersten Wettkampftag gewann die Polizeiobermeisterin gemeinsam mit Miriam Welte im Teamsprint der Frauen die Bronzemedaille. Im kleinen Finale schlugen sie das Duo aus China. Gold ging an Russland, Silber an Australien. Im Teamsprint der Männer belegten Robert Förstemann, Max Niederlag und Eric Engler in der Qualifikation aufgrund eines Wechselfehlers nur den zwölften Platz und konnten sich nicht für die nächste Runde qualifizieren.

Kristina Vogel hat bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Hongkong ihre Siegesserie fortgesetzt. Kristina Vogel hat bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Hongkong ihre Siegesserie fortgesetzt.

Durch eine fragwürdige Jury-Entscheidung schied der Chemnitzer Max Niederlag vorzeitig aus dem Sprint-Turnier aus

Max Niederlag hatte den zweiten Lauf im Sprint-Viertelfinale gegen den Briten Ryan Owens gewonnen und damit einen dritten Lauf erzwungen. Nach einem Protest der Briten wurde ihm dieser Sieg aber aberkannt und Niederlag schied aus dem Turnier aus. Er habe, so die Entscheidung der Jury, seine Fahrlinie verlassen und damit den Briten behindert. Das deutsche Team legte gegen dieses Urteil Einspruch ein, dem aber nicht stattgegeben wurde. „Diese Entscheidung ist eine Farce und nicht nachvollziehbar,“ ärgerte sich Bundestrainer Detlef Uibel. „Max hat Owens zu keinem Zeitpunkt behindert.“ Der Chemnitzer kämpfte in der deutschen Box mit den Tränen: „Ich bin total niedergeschlagen. Das war eine sehr schwammige Auslegung der Regeln, aber dafür sind Regeln nicht gemacht. Ich kann dieses Urteil nicht nachvollziehen. Durch so eine fragwürdige Entscheidung aus dem Turnier ausscheiden zu müssen, ist das Bitterste, was es gibt.“

Im Keirin der Männer wurde Titelverteidiger Joachim Eilers in der zweiten Runde wegen einer Welle distanziert und kam deshalb nur ins kleine Finale, das der Chemnitzer trotz einer neuerlichen Viruserkrankung souverän gewann. „Ich bin stolz auf mich, dass ich nach der kurzen Vorbereitung am Start stehen konnte […] Ich hatte heute sicher nicht die Beine, um zwei Runden von vorn zugehen, aber am Hinterrad, in einer guten Position, wäre eine Medaille vielleicht drin gewesen.“ WM-Neuling Marc Jurczyk belegte im großen Finale einen guten sechsten Platz: „Vor zwei Jahren war ich noch Ausdauerfahrer. Ich habe einen Riesensprung gemacht. Mein persönliches Ziel war das kleine Finale, diese Erwartungen habe ich übertroffen.“

Im 1000m-Zeitfahren der Männer wurde Titelverteidiger Joachim Eilers abermals von seiner Viruserkrankung zurückgeworfen und landete auf Platz fünf. „Mit dem fünften Platz muss ich bei der Vorgeschichte zufrieden sein. Aber es ist bitter, jetzt wieder ein Jahr warten zu müssen, um wieder angreifen zu können. “

Am fünften und letzten Wettkampftag konnte Charlotte Becker aus Berlin im Punktefahren der Frauen einen guten fünften Platz belegen. „Das war vermutlich meine letzte WM, darum hätte ich gern noch eine Medaille gewonnen. Ich bin aber ein gutes Rennen gefahren und konnte meine Taktik umsetzen. Es ist unglaublich warm in der Halle, man kriegt schwer Luft, alle waren am Limit. Das wollte ich im Finale ausnutzen, aber es hat nicht ganz gereicht. “

© Bundespolizei 1999-2019. Alle Rechte vorbehalten.