Schlag gegen international agierende Schleuser

Am 31. Januar 2018 gelang der Bundespolizei gleich in zwei Ermittlungsverfahren der Schlag gegen international agierende Schleuser. In insgesamt fünf Bundesländern durchsuchten rund 380 Bundes­polizisten im Auftrag zweier Staatsanwaltschaften mehrere Wohnungen und Geschäftsräume. Dabei nahmen die Beamten insgesamt vier Tatverdächtige fest und beschlagnahmten umfangreiches Beweis­material. Zeitgleich durchsuchten die griechischen Behörden in Athen mehrere Wohnungen und nahmen einen mutmaßlichen Täter fest.

Im ersten Fall durchsuchten am Morgen rund 200 Bundespolizisten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Görlitz (Sachsen) sieben Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Dabei vollstreckten sie drei Haftbefehle. Es waren auch Spezialkräfte der Bundespolizei im Einsatz.

Schlag gegen international agierende Schleuser

Seit August 2017 ermittelten die Bundespolizeiinspektionen Kriminalitäts­bekämpfung Halle und Ludwigsdorf gegen eine Schleuserorganisation wegen des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern mittels Lkw (sogenannte Behältnis-Schleusungen).

Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher. Außerdem nahmen die Bundespolizisten drei mutmaßliche Täter im Alter zwischen 37 und 53 Jahren fest. Den Männern aus Bulgarien, Polen und der Türkei wird vorgeworfen, im Sommer und Herbst 2017 gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen mindestens 160 ausländische Personen auf Lkw-Ladeflächen versteckt und nach Deutschland eingeschleust zu haben. Dabei nahmen sie Gefahren für Leib und Leben der Geschleusten bewusst in Kauf.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Beschuldigten pro Tat Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Sie werden nun einem Haftrichter vorgeführt.


In einem weiteren Ermittlungsverfahren durchsuchten 68 Bundespolizisten fünf Wohnungen in drei verschiedenen Bundesländern. Dabei wurde ein europä­ischer Haftbefehl vollstreckt. Zeitgleich führten in Griechen­land Maßnahmen der dortigen Polizei ebenfalls zur Vollstreckung eines internationalen Haft­befehls.

Grundlage waren Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbs- und banden­mäßigen Einschleusens von syrischen Staatsangehörigen mit gefälschten Dokumenten über die griechischen Flughäfen Thessaloniki und Athen. Dabei wurden die zu schleusenden Personen in den Jahren 2015 bis 2017 in Griechenland mit falschen Ausweisdokumenten ausgestattet und nach Deutschland geflogen.

Der Vollstreckung gingen mehrmonatige verdeckte Ermittlungen des Bundespolizeipräsidiums und griechischer Behörden unter Leitung der Staatsanwaltschaft Landshut voraus. Es wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet werden.

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