Türkische Nationalpolizei und Bundespolizei: Gemeinsamer Schlag gegen Geisterschiff-Schleuser

Datum 20.01.2016

Am 20. Januar 2016 haben etwa 500 Beamte der Bundespolizei in sechs Bundesländern mehrere Wohnungen durchsucht und vollstreckten 5 Haftbefehle. Die Objekte befanden sich in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Bayern.

Weil bei den Maßnahmen eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, kamen Spezialkräfte zum Einsatz Weil bei den Maßnahmen eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, kamen Spezialkräfte zum EinsatzWeil bei den Maßnahmen eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, kamen Spezialkräfte zum Einsatz

Weil bei zwei Objekten eine mögliche Gefährdung der eingesetzten Kräfte nicht ausgeschlossen werden konnte, waren hier auch Spezialkräfte der GSG 9 der Bundespolizei im Einsatz. Zudem wurde die vor kurzem speziell für robuste Einsätze neu in Dienst gestellte BFE+ eingesetzt.

Zeitgleich wurden zehn Wohnungen in der Türkei durchsucht und dabei unter anderem 10 Personen vorläufig festgenommen. Die Objekte befanden sich unter anderem in Istanbul, Mersin, Izmir und Hatay.

Im Zuge des Polizeieinsatzes konnten die Beamten neben Bargeld und Auftragsbüchern auch Smartphones und Computer in Deutschland sicherstellen. Im Rahmen der in der Türkei durchgeführten Maßnahmen wurde die unerlaubte Weiterreise von 380 Migranten nach Europa verhindert. Ferner konnten durch den Informationsaustausch der türkischen Polizei mit den griechischen Behörden 204 Migranten durch die griechische Küstenwache festgestellt werden.

Alle verhafteten Personen wurden oder werden den zuständigen Gerichten zugeführt.

Gemeinsamer Schlag gegen Geisterschiff-Schleuser: Festnahme eines Beschuldigten durch Bundespolizisten Gemeinsamer Schlag gegen Geisterschiff-Schleuser: Festnahme eines Beschuldigten durch BundespolizistenFestnahme eines Beschuldigten durch Bundespolizisten

Den Maßnahmen waren abgestimmte Ermittlungen des Bundespolizeipräsidiums unter der Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie der türkischen Nationalpolizei unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft in Mersin/Türkei vorausgegangen.

Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann: "Die Erkenntnisse aus den Ermittlungen zeigen deutlich, dass Schleusungskriminalität keinerlei Rücksicht auf Gesundheit und Leben der Geschleusten nimmt. Es geht hier nicht etwa um "Fluchthilfe", sondern schlicht um's Kasse machen. Wir haben es hier mit einer internationalen Form der Organisierten Kriminalität zu tun. Die Zusammenarbeit zwischen der türkischen Nationalpolizei und der Bundespolizei ist beispielgebend für eine erfolgreiche Bekämpfung internationaler Schleuserorganisationen."

Hintergrund:
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren die Feststellungen der drei zur Schleusung zweckentfremdeten Frachtschiffe MERKUR 1, BLUE SKY M und EZADEEN durch italienische Behörden. Die ursprünglich zur Verschrottung vorgesehenen Schiffe waren Ende 2014 mit zusammen 1.766 Migranten an Bord von ihren Besatzungen zum Teil mittels Autopilot auf Kurs Italien gesetzt und anschließend im Stich gelassen worden.

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