Bundespolizei

11 Wohnungen wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Menschenhandels durchsucht

12.03.2010

Durchsuchung einer der Wohnungen in HannoverDurchsuchung einer der Wohnungen in Hannover

In den frühen Morgenstunden des 11. März 2010 durchsuchten Beamte der Bundespolizeidirektion Hannover acht Wohnungen nigerianischer Staatsbürger im Stadtgebiet Hannover und drei weitere Wohnungen im Ruhrgebiet. Gegen einen Familienclan wird wegen gewerbsmäßiger Einschleusung von Ausländern zur sexuellen Ausbeutung ermittelt.

Dem Hauptverdächtigen wird vorgeworfen, seinen Landsleuten für 1 000,- Euro Einladungen verschafft zu haben. Diese dienten dann zum Erschleichen von Aufenthaltstiteln bei der Deutschen Botschaft in Nigeria und Botschaften der Mitgliedsstaaten der EU.

In das kriminelle Netzwerk sind mehrere Familienangehörige eingebunden. Gegen acht weitere Personen wird zusätzlich wegen Förderung der Prostitution, Erpressung, Betrug und Eingehen einer Scheinehe ermittelt.

Seit über einem Jahr tragen die Ermittler die Details zusammen. Immer mehr Deliktfelder wurden aufgehellt, denn illegaler Aufenthalt ist häufig mit Begleit- und Folgekriminalität verbunden. So wurden illegal geschleuste Landsleute beherbergt, zur missbräuchlichen Asylantragstellung verleitet oder der Prostitution zugeführt und zur Zahlung von Geldern genötigt. In zwei Fällen wurden Sozialleistungen in einer Gesamthöhe von 56 000,- Euro erschlichen.

Bei den Durchsuchungen wurden schriftliche Aufzeichnungen, amtliche Dokumente, Datenträger und eine größere Geldmenge aufgefunden. Die Ermittler gehen davon aus, mit diesen letzten "Puzzleteilen" ein vollständiges Bild der Zusammenhänge zu erhalten. Rund einhundert Beamte der Bundespolizei waren an dem Einsatz beteiligt.

Quelle: Bundespolizeidirektion Hannover


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