Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim
Aufgabe
Fliegen im Hochgebirge
Als Besonderheit der Staffel ist das Fliegen im Gebirge hervorzuheben. Dort, wo bodengebunden kein Weiterkommen möglich ist, werden Hubschrauber verwendet. So werden z.B. bei Gebirgswaldbränden Einsätze mit dem Feuerlöschbehälter Bambi Bucket in für die Feuerwehr nicht erreichbaren Steilhängen geflogen.
Bei Lawinen- oder Seilbahnunglücken werden Evakuierungs- und Versorgungsflüge durchgeführt. Unter anderem steht dafür ständig ein mit Rettungswinde und Lasthaken ausgestatteter Transporthubschrauber bereit. Die Erfolge zur Rettung von Menschenleben rechtfertigen den hohen Personaleinsatz, wie folgende herausragende Beispiele belegen:
Lawinenkatastrophe in Galtür in Österreich 1999,
Seilbahnunglück am Nebelhorn 2000,
Brand der Standseilbahn am Kitzsteinhorn in Österreich 2000.
Der Hubschraubereinsatz im hochalpinen Bereich der bayerischen Alpen erfordert sowohl von den Besatzungen als auch vom Material Höchstleistungen. Die geringe Luftdichte und die damit einhergehende Abnahme von Triebwerkleistung und Auftrieb erfordern eine präzise Flugvorbereitung und Kalkulation des Abfluggewichts. Eine Landung am Einsatzort ist meist aufgrund des steilen und zerklüfteten Geländes nicht möglich, sodass oftmals Winde oder das Bergetauverfahren zum Einsatz kommen. Unberechenbare und ständig wechselnde Wind- und Wetterverhältnisse tun ihr Übriges. Die ohnehin schwierigen Außenlandungen in hochalpinem Terrain werden bei Schnee besonders gefährlich. So kann aufgewirbelter Pulverschnee den so genannten „White-Out“, eine räumliche Desorientierung, verursachen. In solchen Fällen wird jeder noch so kleine visuelle Fixpunkt im kontrastarmen Umfeld zum Rettungsanker. Weitere Risikofaktoren sind Seil- und Materialbahnen. Der Einflug in ein Stahlseil kann verheerende Folgen haben. Deshalb wird bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim zusätzlich zur Ausrüstung der Hubschrauber mit dem HELLAS-System eine spezielle Alpenhinderniskarte geführt, in die jede gemeldete Seilbahn aufgenommen wird.
Luftrettung im Hochgebirge
Die Hohe Schule des Gebirgsfluges ist für die Piloten an den Luftrettungszentren Traunstein und Kempten an der Tagesordnung. Rund 15 % der jährlich knapp 3 000 Einsätze für „Christoph 14“ und „Christoph 17“ sind Bergeinsätze. Eine präzise Flugvorbereitung ist hier aufgrund des hohen Zeitdrucks der einzelnen Rettungseinsätze nicht möglich. Dies muss durch die große Erfahrung der Piloten und zusätzliche Sicherheitsreserven im Abfluggewicht ausgeglichen werden. Der Zivilschutzhubschrauber vom Typ EC 135 T2i ist mit dem Bergetausystem zur Rettung aus unzugänglichen Geländeabschnitten ausgestattet.
Adresse
Bundespolizei-Fliegerstaffel OberschleißheimJägerstraße 5
85764 Oberschleißheim
Kontakt
Bundespolizei-Fliegerstaffel OberschleißheimTelefon: 089 315724-0
E-Mail bpolfls.sued@polizei.bund.de

